Tour

leicht

Literarischer Wanderweg L1 "Freiligrath-Weg"

Start am Parkplatz der B9 gegenüber der Insel Nonnenwerth. Den Schildern zum Rolandsbogen folgend, bergauf vorbei am Freiligrath-Denkmal bis zum Rolandsbogen. Von dort aus bergab nach Rolandswerth bis an das Rheinufer. Dort nach links und weiter bis zu den "geheimen gärten rolandswerth". Von hier aus dann wieder rheinaufwärts zurück zum Parkplatz in Rolandseck.

Die Tour beginnt mit dem Aufstig zum Rolandsbogen und führt vorbei am Freiligrath-Denkmal, das etwa auf halber Höhe zum Rolandsbogen liegt.

Der Dichter Ferdinand Freiligrath (1819 bis 1876) sorgte mit einem Spendenaufruf für den Wiederaufbau des 1839 eingestürzten Rolandsbogens. Deutschlandweit bekannt wurde er als Dichter der Revolution von 1848. Dieses größte und schönste Denkmal für Freiligrath wurde ab 1910 von einem Komitee geplant, dessen Vorsitzender und treibende Kraft der Patensohn Freiligraths, Ferdinand Groyen aus der bekannten Rolandsecker Hotelierfamilie, war. Die Bauteile entwarf 1912 der Kölner Architekt Karl Colombo in einem Art-Deko-Stil. Die bronzene Büste entwarf im selben Jahr Freiligraths Enkel, der englische Bildhauer Siegfried M. Wiens.Das Denkmal stellt, wie alle Freiligrath-Denkmäler in Deutschland, den alten, aus dem Exil zurückgekehrten Dichter dar, der mit dem Staat und dieser mit ihm seinen Frieden gemacht hatte und wurde am 17. Juni 1914 – zu seinem 104. Geburtstag eingeweiht. Das Denkmal stand ursprünglich völlig frei in Weinbergen und späteren Obstgärten, ist heute aber von geschlossenem Wald umgeben.

Rolandseck (16. und letzte Strophe)

 

O, lasst die Mahnung nicht vergebens sein!

Ich steh’ und heische: Jeder einen Stein!

Es gilt dem Ritter und es gilt der Nonne!

Es gilt der Liebe und es gilt der Treu’!

Greift euch an’s Herz, die ihr mich hört! – Herbei,

Daß neu der Bogen funkle in der Sonne!

Noch einmal ruf’ ich: Jeder einen Stein!

Ich will des Ritters Seckelmeister sein!

O, ehrt des Rheines wunderbarste Sage!

Bei Lieb’ und Schwur, bei Poesie und Kuß,

Hört meine Mahnung: Euren Obolus!

Bringt euer Felsstück – Rolands Bogen rage!

Ferdinand Freiligrath (1810-1876)

Spendenaufruf in Köln. Zeitung, 12. Jan. 1840

Die Tour führt weiter aufwärts zum Rolandsbogen, einem wichtigen Symbol der deutschen Rheinromantik.

Reste der alten Fundamente zeigen noch die leichte Drehung an, mit der Dom­bau­meister Friedrich Zwirner 1840 beim Wiederaufbau des zum Teil einge­stürzten Bogens das Denkmal in eine bessere Blickposition gegenüber den von Norden und Süden nahenden Dampfern gebracht wurde. Dem Dichter Freiligrath wird das gar nicht gefallen haben, wurde die Öffnung des Bogens doch von der Insel – wohin der Ritter Roland nach der Legende aus dem Fensterbogen geschaut haben sollte – auf den Drachenfels hin orientiert. Die literarische Anbindung wurde schon damals der Touristik geopfert. 

Hier lädt ein Restaurant mit herrlicher Aussichtsterrasse zu einer Pause ein. Oberhalb des Rolandsbogens kann man einen Blick auf den Humboldtturm werfen.

Die Tour führt vom Rolandsbogen aus wieder abwärts hinunter nach Rolandswerth. Wieder am Rhein angekommen, lohnt sich der kurze Abstecher zu den "geheimen gärten rolandswerth".

Der kleine Park der ehemaligen Villa Hentzen, die auch als Botschafterresidenz gedient hat, geht auf eine Kunstaktion der Künstler Caroline Bittermann und Peter Duka aus dem Jahre 2004 zurück und ist ein Teil des Remagener Skulpturenufers.  Aus der verwilderten Parkanlage haben die Skulpturen und die allmähliche Rückeroberung durch den Wald ein Gesamtkunstwerk geschaffen, das den „geheimnisvollen“ Satz des Dichter-Philosophen Novalis in seinem Allgemeinen Brouillon" von 1798: „Die vollendete Speculation führt zur Natur zurück" reflektiert und zur Meditation einlädt.

Unsere Tour führt nun entlang des Rheins zurück nach Rolandseck und endet am Ausgangspunkt der Wanderung am Parkplatz gegenüber der Insel Nonnenwerth.

  • 2,5 km
  • 0:55 h
  • 96 m
  • 95 m

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Quelle Mittelrhein · Urheber: Tourist-Information Remagen

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